Buster Keaton´s College / Der Musterschüler

Buster Keaton´s College / Der Musterschüler
Buster Keaton´s College / Der Musterschüler
Buster Keaton´s College / Der Musterschüler
Buster Keaton´s College / Der Musterschüler
Buster Keaton´s College / Der Musterschüler

Buster Keaton´s College / Der Musterschüler

Kurz und knapp

Buster Keaton als eifriger – leider völlig erfolgloser – Musterschüler, der auf einer sportbesessenen Universität plötzlich ungeahnte athletische Qualitäten zeigen muss, als er seine angebetete Geliebte aus den Fängen eines Bösewichts befreien will…

Die beste Sportparodie der Filmgeschichte !

Inhalt

Ronald (Buster Keaton), eifriger Streber und Liebling der Lehrer, erfährt von seiner Angebeteten Mary eine schmerzhafte Abfuhr, nachdem er sich bei seiner Rede zum Schulabschluss für mehr Geist und gegen den „dümmlichen“ Sport ausgesprochen hat. Um sie zurückzuerobern, inskribiert er sich im Sport-College. Dort scheitert er nicht nur in sämtlichen sportlichen Disziplinen, sondern auch in allen Nebenjobs, die er gezwungen ist anzunehmen. Erst als Mary von seinem – sehr sportlichen – Nebenbuhler bedrängt wird, wächst Ronald über sich hinaus, kann die Geliebte dank sportlichem Einsatz erretten und auf der Stelle heiraten.

 

Produktion

College, dt. Der Musterschüler, entstand nach Keatons teuerstem Film Der General, der ein finzanzieller Flop war und erst Jahrzehnte später als einer der größten Filme der Stummfilmzeit gefeiert wurde. In der Folge wurden Buster Keaton von seinem Produzenten Joe Schenck starke finanzielle Beschränkungen auferlegt und ein Drehbuchautor sowie ein Regisseur (James W. Horne) zur Seite gestellt.  Auch liegt der Film in seiner Thematik The Freshman sehr nahe, mit dem Harold Lloyd schon vor Keaton eine College-Komödie abgeliefert hatte, in der ein weltfremder Studenten-Neuling mit dem College-Leben zu kämpfen hat.

Stil

Obwohl eine recht konventionell gehaltene Komödie, ist Keatons Stil unverkennbar. Etwa in einer wunderbaren Nummer als untalentierter Barkeeper. Unnachahmlich für Donald O’Connor, der Buster Keaton 1957 in einer – sehr freien – Filmbiographie mit vollem Körpereinsatz darstellte, war folgender Gag: Als Kellner macht Keaton einen Purzelbaum rückwärts – mit einer vollen Kaffeetasse in der einen Hand, ohne deren Inhalt zu verschütten.
Der typische, etwas dunkle Keaton-Humor bricht sich allerdings erst mit der Schlusspointe Bahn: Ronald (Keaton) hat endlich seine Geliebte erobert, rennt mit ihr zur Kirche, lässt sich trauen. Schnitt auf die beiden als gealtertes und nörgelndes Ehepaar. Schnitt auf zwei Grabsteine. Ende.

Stunts

Buster Keaton, selbst begeisterter Sportler, ist berühmt für seine Stürze und Stunts, die er in allen Filmen selbst ausführte – was ihn mehr als einmal an den Rand des Todes brachte (Our HospitalitySherlock, jr.). Doch trotz seines sportlichen Talents musste er sich hier bei einem Stabhochsprung in ein Fenster im 1. Stock (und somit in das Zimmer der Geliebten) erstmals doublen lassen, und zwar von Lee Barnes, Teilnehmer bei den Olympischen Spielen.

Musik

Die Musik für Klavier solo versteht sich als cinehistorische Reminiszenz an die traditionellen Stummfilmmusiken der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Sie orientiert sich strukturell an den filmmusikdramaturgischen Zugängen der Stummfilmzeit, verwendet auch zum Teil Themen aus Kinotheken der zwanziger Jahre, z.B. den „Motion Picture Moods for Pianists and Organists“, die Ernö Rappé 1924 herausgegeben hat.

Darin finden sich konkret für den praktischen Kinoeinsatz, geordnet nach Schlagworten, hunderte von Stücken zu Themen wie „Ungeduld“, „Horror“, „Liebeswerben“, „Autorennen“, „indianische Kriegstänze“, „Gruselstimmung“ uvam. – zum Teil als Auszüge von Werken bekannter Komponisten (z.B. Weber „Freischütz“, Wagner „Holländer“, Schumann „Kinderszenen“, Mendelssohn „Lieder ohne Worte“), zum Teil aber auch als speziell von Kinokomponisten wie Huppertz („Die Nibelungen“ von Fritz Lang) oder Kempinski (berühmt geworden durch seine Musik für Stroheims „Greed“) sozusagen „auf Mass“ angefertigte kurze Stücke.

Die Musik soll so klingen, wie sie 1927 in einem Kino mit dem typischen Kinomusiker an Flügel oder Kinoorgel hätte sein können und dadurch den Besuchern ein besonderes Zeit- und Emotionskolorit präsentieren, wie eine Komödie seinerzeit filmmusikalisch umgesetzt wurde.

Regie

Buster Keaton

(eigentlich Joseph Francis Keaton; * 4. Oktober 1895 in Piqua, Kansas; † 1. Februar 1966 in Woodland Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Regisseur. Keaton zählte neben Charles Chaplin und Harold Lloyd zu den erfolgreichsten Komikern der Stummfilmzeit. Wegen seines bewusst ernsten, stoischen Gesichtsausdrucks wurde er The Great Stoneface und Der Mann der niemals lachte genannt. Ein weiteres Markenzeichen ist sein pork pie hat, ein runder, flacher Hut aus Filz.

Durch sein akrobatisches Talent machte er schon als Kind Karriere im Vaudeville-Varieté, ehe er mit einundzwanzig Jahren in den Filmen von Roscoe Arbuckle auftrat. Drei Jahre später begann er mit der Produktion eigener, sehr erfolgreicher Komödien. Mit The Navigator gelang ihm 1924 der Durchbruch und der Anschluss zu den beliebtesten Komikern seiner Zeit, Chaplin und Lloyd.
Im Zuge des finanziellen Misserfolgs seines aufwendigen Films The General wurde Keaton 1928 Schauspieler bei MGM. 1933 wurde er, mittlerweile alkoholkrank, aufgrund anhaltender Konflikte mit dem Firmenvorstand gekündigt und geriet in Vergessenheit. In den 1950er Jahren begann die Wiederentdeckung und Würdigung seiner technisch innovativen Stummfilmkomödien, die heute zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte gezählt werden.

 

Überblick
Darsteller
Neue Musik von Wilfried Kaets für Klavier in Reminiszenz an die traditionellen Stummfilmmusiken der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.